Ich schaue auf das, was dahinterliegt– nicht auf das, was gerade sichtbar ist.

Was meine Arbeit ausmacht
Viele, die zu mir kommen, haben schon einiges versucht. Sie kennen Förderpläne, Termine, gut gemeinte Ratschläge. Aus vielen Jahren in der pädagogischen Arbeit mit Kindern und Familien weiß ich, wie oft dabei an Symptomen gearbeitet wird, während die Ebene darunter unberührt blieb. Genau dort setze ich an.
Meine Begleitung findet aus der Ferne statt. Das klingt zunächst ungewöhnlich, ist für viele aber genau der Grund, warum es überhaupt möglich wird: keine Anfahrt mit einem Kind, für das Wege anstrengend sind, kein fremder Raum, kein zusätzlicher Termindruck. Der geschützte Raum entsteht dort, wo ihr schon seid.
Was ich nicht tue: heilen, diagnostizieren oder versprechen, dass etwas verschwindet.
Was ich tue: einen Rahmen schaffen, in dem Regulation, Verbindung mit sich und innerer Halt wachsen können – in eurem Tempo.
Wie ich zu dieser Arbeit gekommen bin
Viele Jahre habe ich mit Kindern und Jugendlichen gearbeitet: als Sozialpädagogin in einem heilpädagogischen Kinder- und Jugendheim, als Schulsozialarbeiterin an einer Grundschule mit Förderschwerpunkt LRS, als sozialpädagogische Familienhelferin und als Schulbegleiterin an einer Lernförderschule. Außerdem war ich in der Erwachsenenbildung tätig.
In dieser Zeit habe ich immer wieder erlebt, wie unterschiedlich Kinder starten – und wie sehr diese Unterschiede darüber bestimmen, wie ihre Schulzeit verläuft. Oft völlig unabhängig davon, was in ihnen steckt.
Mit den Jahren wurde mir etwas anderes immer deutlicher: Schule und Fördereinrichtungen reagieren meist auf das, was sichtbar ist. Auf das, was dahinterliegt, bleibt wenig Blick. Viele Kinder bekommen Unterstützung und erleben trotzdem keine Erleichterung. Stigmatisierung gehört für sie zum Alltag. Und die Familien tragen das mit – oft bis an die Grenze dessen, was ein Familienleben aushalten kann.
Genau dort setzt meine Arbeit heute an. Ich schaue auf die mögliche Ebene darunter, individuell und mit Blick auf das ganze Kind – damit Lernen leichter werden kann und Kinder ihre Schulzeit gehen können, ohne außen vor zu stehen.
Der zweite Grund
Es gibt noch einen Weg, der mich hierher gebracht hat: mein eigener, über viele Jahre unerfüllter Kinderwunsch.
Unerfüllter Kinderwunsch ist ein leiser Schmerz. Man spricht wenig darüber, und die meisten im Umfeld ahnen nicht, wie viel gleichzeitig getragen wird – Sehnsucht und Sorge, Druck und Erschöpfung, das Gefühl, nicht verstanden zu werden. Monate voller Hoffnung wechselten sich bei uns mit Monaten voller Tränen ab, und mit jeder enttäuschten Hoffnung wurde der Fall ein Stück tiefer. Auch für unsere Partnerschaft war diese Zeit eine Belastungsprobe.
Was mir damals geholfen hat, war eine Begleitung, die nicht nur auf Werte und Zyklen schaute, sondern auf mich als ganzen Menschen. Heute bin ich Mutter von zwei Kindern.
Diese Erfahrung hat meinen Blick geprägt. Ich bin überzeugt, dass der Mensch mehr ist als sein Körper – dass es eine feinstoffliche Ebene gibt, in ihm und um ihn herum, und dass diese Ebene Einfluss auf den Menschen nimmt, wie alles andere auch. Bei einem Kinderwunsch wird meist nur auf das Messbare geschaut. Ich schaue auf diese andere Ebene – ergänzend zu allem, was medizinisch für dich richtig ist. Ein bestimmtes Ergebnis kann ich dir nicht versprechen. Was ich dir geben kann, ist ein geschützter Raum, in dem du mit deinem Wunsch nicht allein bist.
Nadine Thiessenhusen
